Ein integres Wesen unserer Gesellschaft? ....
... aber zu welchem Preis?
Es ist einfach, das zu denken, was die anderen denken! Es ist bequem, das zu sagen, was die anderen sagen! Es ist sicherer, die Meinungen der Mehrheit zu vertreten, obwohl du eigentlich eine andere besitzt!
Dann kannst du beruhigt sein, denn du bist einer von ihnen, du gehörst dazu, so liebt sie dich, so will sie dich haben, die … Gesellschaft!
Eine eigene Persönlichkeit?
Wozu? Es ist doch viel einfacher, bequemer und sicherer …
© Jan Mathes, (*1962), freischaffender Schriftsteller und Lebenskünstler
Der Begriff „Gesellschaft“ gliedert sich in verschiedene Definitionen, ich aber möchte heute über die soziologische Gesellschaft schreiben, also die Gesellschaft, in der jeder von uns lebt.
In meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit, unter anderem als Gastronom, durch die unendlich vielen Gespräche mit Menschen und die Anteilnahme ihrer Emotionen erlaube ich mir eine subjektive Beurteilung dieses umfangreichen Themas, unabhängig von den Interpretationen eines Soziologen Ferdinand Tönnies, einem Karl Marx, oder den vielen anderen, die sich mit ihren Meinungen diesem Gebiet widmeten.
Die Gesellschaft... wir alle sind ein Teil von ihr, das dürfte jedem bewusst sein, natürlich.
Doch stellt sich hier die allgemeine Frage, wieweit jeder mit ihr verankert ist, wie groß die Abhängigkeit jedes Individuum von ihr ist, und wie groß die Kompromissbereitschaft sein muss, um die Konformität zu wahren.
Es gibt aber auch die Andersdenkenden, die Individualisten, Menschen, die sich mit ihren eigenen Meinungen den allgemeinen, meist mehrheitlichen Werten und Normen der Gesellschaft entgegen stellen.
Für die einen sind diese Menschen „Loser“, Rebellen, „Unruhestifter“ oder sogenannte „Lachnummern“, für die anderen jedoch mutige und wahre Persönlichkeiten.
Sie machen (wahrscheinlich) vielen Menschen große Angst, diese Individualisten, vielleicht deswegen, weil sie sich erlauben, eine andere Meinung zu äussern, als die Mehrheit.
Der schützende „Gesellschafts-Kokon“ scheint Risse zu bekommen, sobald eine andere, als eine allgemein übliche und vertretbare Meinung kundgetan wird.
Bestimmt gibt es jedes Mal einige dieser, ich nenne sie ein Mal „Konform-Menschen“, integre Wesen unserer Gesellschaft, die diesen neuen Meinungen heimlich im Stillen beipflichten.
Jedoch wollen viele dann ihre Integrität in der gesellschaftlichen Mehrheit nicht verlieren, sie erblühen dann in ihrem gewohnten Opportunismus.
Es sind gerade mal ein paar Jahrzehnte vergangen, da erlebten wir hier in Deutschland, wozu eine opportune Gesellschaft fähig ist.
Millionen unschuldige Menschen verloren ihr Leben!
Könnte man entschuldigend sagen, dieses Verhalten läge in der Natur des Menschen?
Können wir davon ausgehen, das der Mensch als einziges rationale Lebewesen dieser Welt aus seinen Fehlern lernt, wie es seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten entspricht? Haben wir hinzu gelernt?
Ob in der „großen“ oder in der kleineren Gesellschaft in unserer direkten Umgebung... wo sind da die Unterschiede? Gibt es überhaupt Unterschiede?
Fangen „Kriege“ nicht schon häufig in der unmittelbaren Nachbarschaft an?
Bestimmen nicht oft Neid, Missgunst, Schadenfreude und Egoismus das alltägliche Leben in unserer Gesellschaft?
Lassen sich nicht viele, wahrscheinlich die Mehrheit, von den Vorgaben der Gesellschaft, z.B. Meinungen, Mode, Verhaltensweisen, oder Trends beeinflussen?
Suchen viele Menschen nicht die Verantwortlichkeit bei der Gesellschaft, als vielmehr bei sich selbst?
Wird nicht oft die Schuld bei anderen gesucht, als bei sich selbst?
Fragen über Fragen, die jeder nur für sich selbst beantworten kann.
Ich persönlich wünsche mir nur, das wir unsere menschlich-rationalen Möglichkeiten besser nutzen würden, um letztlich in einer friedlicheren, gerechteren und menschenwürdigen Welt leben zu können.