meinleben


Stationen meines Lebens

 

 

 

In Bremen, am 05.06.1962, genau um 13.50 Uhr, war es dann endlich soweit.....schrumpelig, naß und völlig empört darüber, mich einfach so aus dem warmen, schützenden Bauch meiner Mutter zu zerren, mußte ich unbedingt mit einem lauten Schrei meinen Protest kundtun.Aber all das nütze nix und somit ergab ich mich meinem Schicksal...und dem nervigen Gezerre der Hebamme.

 Ich wuchs im nahen, idyllischen Künstlerdorf Worpswede auf. Meine Kindheit war gepflastert mit all den glücklichen, weniger glücklichen und niederschmetternden Erfahrungen, die wohl viele Kinder erleben dürfen oder müssen, nur mit dem Unterschied, das ich ohne Vater aufwuchs, weil dieser ein halbes Jahr nach meiner Geburt verstarb.

Mit dreizehn Jahren begann ein neuer, wichtiger Lebensabschnitt für mich. Ich lebte fortan in dem Internat Marienau bei Lüneburg (1975-1982). Ich war von dieser Entscheidung meiner Mutter und zweier Kinderpsychologen überhaupt nicht begeistert, nicht die Bohne, also schwor ich mir, alles dafür zu unternehmen, sehr bald wieder zu Hause zu leben. Dieser Schwur jedoch sollte nicht eingehalten werden, denn die nächsten sieben Jahre verbrachte ich dort im Internat, nur in den Ferien oder an manchen Wochenenden wurde ich beurlaubt. Heute weiß ich,das diese unglaublich vielen Erlebnisse und Erfahrungen jener Zeit nicht nur immens wichtig für mich und mein Leben waren, sondern auch sehr prägend für meine sich bildende und heranreifende Persönlichkeit. Schon alleine diese Erlebnisse würden sicherlich ein sehr spannendes und ergreifendes Buch ergeben, wenn ich es denn irgendwann einmal schreiben sollte. Wer weiß!?

Unmittelbar nach dem Internat siedelte ich nach Berlin (1982 - 1992). Hier war alles anders, viel gewaltiger, spannender und für mich als junger Mann faszinierender, hier würde ich mich wohlfühlen, da war ich sicher !

Ich war zu der Zeit ein sehr freiheitsliebender Mensch und besonders in meiner Berliner Zeitqualität war ich schwer zu binden, weder im Beruf noch in irgendeiner zwischenmenschlichen Beziehung.Ich wollte das Leben, die Menschen und deren Geschichten kennenlernen, es war ein unglaublicher Drang und alles, was mich daran hindern würde, wurde schnell von mir ignoriert und nicht wahrgenommen. Deswegen auch mein Berufsziel als Hotelkauf / Fachmann, denn... Hotels gab es überall auf der Welt, die ich dann auf diesem Wege kennenlernen konnte. Aber vorher absolvierte ich eine Kochausbildung, denn diese war von unbedingtem Vorteil für mein Vorhaben, in diese Branche einzusteigen. Nach Abschluß der Kochlehre änderte sich vieles in meinen Vorstellungen vom Leben, ich mußte näher an die Menschen in Berlin heranrücken, die mich unglaublich faszinierten... ihre "Berliner Schnauze", ihre Direktheit, ihr Wesen, ihre Lockerheit... einfach ihre Lebensauffassungen. Ich "jobbte" die nächsten Jahre in vielen Bereichen... sei es als Barkeeper in verschiedenen Szene-Kneipen in Berlin-Kreuzberg oder Schöneberg, also den Bezirken, in denen die "Berliner-Originale" lebten und wo "das Leben tobte", oder in Promi-Cocktailbars, wo ich die Drinks für bekannte Schauspieler, Musiker, Sportler usw. mixte, ich jobbte in Diskotheken als DJ und noch vieles mehr. Ich sog diese Erlebnisse, diese vielen interessanten Bekanntschaften und diese unglaublich aufregenden und abenteuerlichen Erfahrungen ein, wie ein trockener Schwamm das Wasser einsaugt. Nichts, absolut gar nichts, hätte mich damals dazu bewegen können, mein Leben in irgendeiner Form zu ändern.

 1990 hatte ich die Nase gestrichen voll von Deutschland, ich wollte meine Erfahrungen unbedingt bereichern, deshalb bewarb ich mich auf eine Zeitungsanzeige, in der ein Animateur für einen großen Ferienclub (Cala Pada) auf Ibiza gesucht wurde. Ich erfüllte alle verlangten Anforderungen, denn ich war sehr sportlich, musikalisch (ich sang, spielte Gitarre und Drums in mehreren Bands in Berlin) und ich hatte keine Menschenangst. Zwei Tage später bekam ich die Zusage, ich hatte den Job. Ein irres "Freudenbesäufnis" gestaltete mir einen wundervollen Abschiedsabend von meinen Freunden und von Berlin, der Morgen danach jedoch war einer dieser verdammten Tage, an denen ich am liebsten meinen Kopf in den Kühlschrank gepackt hätte... so derbe hämmerte es in meinem Schädel.

Ein griechischer Student bewohnte meine Wohnung in Berlin zur Untermiete während meiner Zeit in Spanien. Das hätte ich vielleicht nicht tun sollen, denn nach fast einjähriger Rückkehr nach Deutschland war meine Bude fast komplett ausgeräumt und der "Student" war über alle Berge. "Welcome back,Jan!"

Die Zeit in Berlin und auf Ibiza waren vielleicht die wichtigsten und lehrreichsten Jahre in meinem Leben, es war wirklich eine irre-tolle Zeit.

1992, ich würde in wenigen Monaten 30 Jahre alt werden, dachte ich mir schließlich, ich müsse doch mal an meine "Kariere" denken, ich imatrikulierte mich an der Bremer Hochschule für einen BWL-Studienplatz (Betriebswirtschaftslehre), also siedelte ich schweren Herzens nach Worpswede zurück, nachdem ich die Zusage erhielt. Ich hatte mich sehr an Berlin gewöhnt, ich liebte diese Stadt und deren Menschen dort, aber es half nichts, mein Entschluß stand fest.

Nach fünf Semestern stellte ich dann endlich fest, das ich nicht der Mensch war, der irgendwo an einen Bürotisch geknebelt werden wollte, um Bilanzen oder Kalkulationen für irgendeine Firma zu erstellen.......ich brauchte die Menschen, ich brauchte die Bewegung und ich brauchte die Abwechslung.

 1995 erwarb ich ein Musiklokal in der nahen Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck. Es war ebenso eine Zeit, die mich viel über das Leben und besonders über die Menschen lehrte.

2005 verkaufte ich mein Musiklokal nach zehn aufregenden, faszinierenden Jahren, einmal wegen der immer schlechter werdenden ökonomischen Verhältnisse in Deutschland, aber besonders deswegen, weil ich endlich mehr Zeit für mich und mein Leben haben wollte, und nicht nur immer für andere Menschen dazusein. Ich sehnte mich nach freien Abenden gemeinsam mit meinen Freunden, nach entspanntem Urlaub, den ich seit sechs Jahren nicht mehr hatte, ich sehnte mich nach freien Wochenenden... einfach nach mehr Zeit für mich selbst. Nach meinen insgesamt 19 Jahren Gastronomie war jetzt die Zeit für mich gekommen, diesem Lebensabschnitt "Lebewohl" zu sagen.

 2005/2006 begann ich mit der Schrifstellerei, mehr dazu in dem Link "Schriftstellerei".

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